Unsere Wohngemeinschaften

Haupthaus/Verwaltung

Haupthaus/Verwaltung
Schmelzistrasse 21
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 00
E-Mail:
info(at)schmelzi.ch

WG Schmelzi

Wohngemeinschaft Schmelzi
Schmelzistrasse 21
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 10
E-Mail: betreuung(at)schmelzi.ch

WG Castello

Wohngemeinschaft Castello
Tunnelstrasse 8
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 40
E-Mail: castello(at)schmelzi.ch

WG Blüemli

Wohngemeinschaft Blüemli
Geranienweg 3
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 20
E-Mail: bluemli(at)schmelzi.ch

WG Frohheim

Wohngemeinschaft Frohheim
Promenadenweg 15
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 30
E-Mail: frohheim(at)schmelzi.ch

WG Wissbächli

Wohngemeinschaft Wissbächli
Wissbächlistrasse 25
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 50
E-Mail: wissbaechli(at)schmelzi.ch

WG Dorfacker

Wohngemeinschaft Dorfacker
Dorfackerstrasse 23
4528 Zuchwil
Telefon 032 566 41 90
E-Mail: dorfacker(at)schmelzi.ch

WG Am Dilitsch

Wohngemeinschaft Am Dilitsch
Christenhöfli 4
4716 Gänsbrunnen
Telefon 032 566 41 25
E-Mail: amdilitsch(at)schmelzi.ch

Wohnbegleitung

Wohnbegleitung
Bettlachstrasse 8
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 80
E-Mail: wohnbegleitung(at)schmelzi.ch

Unsere Tagesstätten

Tagesstätte Atelier

Tagesstätte Atelier
Weinbergstrasse 21
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 60
E-Mail: atelier(at)schmelzi.ch

Tagesstätte Unterhalt

Tagesstätte Unterhalt
Moosstrasse 88
2540 Grenchen
Telefon 032 566 41 70
E-Mail: unterhalt(at)schmelzi.ch

Tagesstätte Lingerie

Tagesstätte Lingerie
Wissbächlistrasse 48
2540 Grenchen
Telefon 032-566 41 09
E-Mail: lingerie(at)schmelzi.ch

Tagesstätte Hauswirtschaft-Küche

Tagesstätte Hauswirtschaft-Küche
Schmelzistrasse 21
2540 Grenchen
Telefon: 032 566 41 06
E-Mail: hauswirtschaft(at)schmelzi.ch

Erfolgreiche Wiedereingliederung

03.02.2016

Die Stiftung Schmelzi in Grenchen feiert ihr 20jähriges Bestehen. Zwar stellt sich die Frage, ob es Grund zum Feiern ist, wenn immer mehr Menschen den Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr gewachsen sind. Trotzdem dürfen die Gründer und die aktuellen Betreiber stolz darauf sein, dank massgeschneiderten Angeboten erfolgreich bei deren Wiedereingliederung mitzuwirken.

1994 entstand die Idee, ein Wohnheim für Menschen mit psychosozialem Entwicklungspotenzial zu schaffen. Dieses Ansinnen – obwohl es bereits damals sehr wohl seine Berechtigung hatte – war keineswegs populär. Oft schaut die Gesellschaft abfällig auf „gescheiterte Existenzen“ und bezeichnet sie als Schmarotzer. Dass man für sie auch noch ein Wohnheim betreibt, wird sogar als hinausgeworfenes Geld betrachtet. Trotzdem liessen sich die Gründer von damals nicht entmutigen und gingen ans Werk. Als idealer Standort sah man die verlotterte Villa Grimm in der Schmelzi. Da eine grundlegende Sanierung und ein tiefgreifender Umbau nötig waren, stellte sich von Anfang an das Problem der Finanzierung. Hier spielte Felix Bernhardsgrütter – langjähriger Bankprokurist der damaligen Solothurner Handelsbank – eine wichtige Rolle. Zusammen mit dem ersten Vereinspräsidenten Boris Banga und dem damaligen Sozialamtsleiter, Josef Arnold erreichte man die Finanzierung der Übernahme und des Umbaus des Objekts. Im gleichen Jahr konnte der Umbau beginnen. Es entstanden die ersten 16 Wohnplätze.

Start am 1. Januar 1996
Beim Start waren mit Guido und Marianne Studer gerade mal zwei Arbeitspensen auf der Aufwandseite. Das Ehepaar Studer und die Vereinsgründer hatten bei ihrer Vision richtig erkannt, dass immer mehr Menschen von den Anforderungen der Arbeitswelt und Gesellschaft überfordert sind. Schon bald war das Wohnheim nicht nur ausgelastet sondern es mussten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Zudem wurde schnell klar, dass es verschiedene Angebote braucht, die durchlässig sein müssen. Die Bedingungen im Alltag haben sich für psychisch Kranke kontinuierlich verschlechtert. Die Ansprüche der Gesellschaft und die Anforderungen der Arbeitswelt sorgen für einen ständig steigenden Druck auf jede und jeden Einzelnen. Nicht allle sind diesem Druck gewachsen.

„Geschütztes Wohnen und Begleitung“
Eine stufenlose Wiedereingliederung von benachteiligten Menschen in die Gesellschaft stand schon bald im Vordergrund. Dafür wurde ab 1997 das begleitete Wohnen in externen Wohnungen aufgebaut. Mit dem Aufbau von externen Wohngruppen wurde das Angebot bedarfsgerecht erweitert. 2003 wurde die Wohngruppe „Castello“ eingerichtet, wo 12 Bewohner einzogen. Bereits vier Jahre später konnte die Wohngruppe „Blüemli“ mit weiteren zwölf Wohnplätzen in Betrieb genommen und damit der steigenden Nachfrage Rechnung getragen werden. Es wurden im Jahr 2007 bereits 120 Bewohner im Wohnheim, in den Wohngruppen sowie in 51 Wohnungen von 39 Mitarbeitenden betreut. Drei Jahre später waren es bereits 130 Klienten und 50 Mitarbeitende. Zwei weitere Wohngruppen sind hinzugekommen: „Frohheim“ und „Wissbächli“. Das Angebot der Stiftung hat eine überregionale Bedeutung erlangt. Im Jahr 2010 wurden von 50 Mitarbeitenden 127 Personen betreut. Die Mehrheit stammte aus dem Kanton Solothurn, weitere aus den Kantonen Bern, Aargau, Luzern, Schaffhausen und Basel-Land.

Grosse Solidarität ermöglichte Erweiterungsbau
Die Villa Grimm erwies sich in der Entwicklung rasch als zu eng. Der Gedanken eines Erweiterungsbaus entwickelte sich. Die von Bundesamt für Sozialversicherung anerkannte Institution musste sich erneut intensiv mit der Finanzierung des dringend benötigten Raums beschäftigen. Zwar wurden vom Bundesamt 25 Prozent Subventionen zugesprochen, doch es blieben noch 1,2 Millionen Franken, die durch Bankdarlehen, Spenden und Eigenkapital zu decken waren. Man wagte den Projektstart und wurde gleich unmittelbar nach dem Kick-off von einer anonymen Spende in der Höhe von 350'000 Franken überrascht. Das gab den nötigen Rückenwind und man durfte eine grosse Solidarität mit dem Wohnheim Schmelzi erleben. Der Bau konnte schliesslich dank vieler namhafter Spenden von Firmen und Privatpersonen 2007 bezogen werden.

Sinnvolle Tätigkeiten in den Tagesstätten
Die betreuten Personen sollten eine Tagesstruktur haben und einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können. Dies wird mit den Tagesstätten sichergestellt. Die ersten wurden 2008 in Betrieb genommen: Das Atelier sowie der Unterhalt/Anlagenwartung. Damit kann ein wesentlicher Teil des Unterhalts aus eigener Kraft bestritten und gleichzeitig den Bewohnern eine sinnvolle Tätigkeit geboten werden. Im Jahr 2014 konnte eine Vereinbarung mit der Sunnepark AG in Grenchen abgeschlossen werden, die allen Beteiligten dient. Die beiden Institutionen kooperieren im Bereich der Lingerie, was sich für beide Organisationen als win win-Situation herausstellte. Damit hat der Sunnepark eine Lingerie im eigenen Haus, ohne sie betreiben zu müssen, die Stiftung Schmelzi wiederum konnte einige Tagesstrukturplätze schaffen. Auch hier darf man von einem pionierhaften Vorgehen sprechen.

Stiftung ersetzt Verein
Das unerwartet schnelle und starke Wachstum des Wohnheims Schmelzi führte dazu, dass die bestehende Struktur als Verein den Anforderungen auch in haftungsrechtlicher Sicht nicht mehr genügte. Daher wurde 2011 der Verein „Wohnheim Schmelzi“ in die Stiftung Schmelzi umgewandelt. Die Initianten des Vereins konnten zufrieden feststellen, dass aus der nicht unumstrittenen Idee ein erfolgreiches Modell für die Wiedereingliederung von Menschen mit psychosozialem Entwicklungsbedarf geschaffen wurde. Leider hat auch der Bedarf die ursprünglichen Erwartungen bei weitem überschritten – ein Resultat der in dieser Zeit noch verstärkt einsetzenden gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Jubiläumsaktivitäten
„Ein Jahr gemeinsam feiern im Grossen und im Kleinen“, so das Motto der Stiftung Schmelzi zum 20-Jahr-Jubiäum. Ein Hauptakzent setzt die Stiftung mit kulinarischen Erlebnissen jeweils in Form eines Charity-Menus. Diese vierteilige Kulinarikstaffel beginnt bereits am 4. März mit regionalen Spezialitäten unter der Prämisse: „Vo Gränche bygott“. Von der Vorspeise bis zum Dessert stehen regionale Spezialitäten auf der Karte. Anfangs der siebziger Jahre wurden im neu erbauten Restaurant Feldschlösschen zwei Menüs kreiert. „Schnitz und Drunger“ für die Arbeiter, ein Kalbsblanquette war den Patrons vorbehalten. Ein würziges Kalbsragout mit Spätzli und Gemüsebouquet. Die Küche der Stiftung Schmelzi ging dieser und anderen Grenchner Spezialitäten auf die Spur und wurde fündig. Das Charity-Menü für 120 Franken pro Person umfasst mit dem Apéro sechs Gänge. Die Platzzahl in den Räumlichkeiten der Stiftung Schmelzi ist auf 36 Plätze begrenzt. Gäste dieses Events erleben nicht nur kulinarische Highlights in einem stimmungsvollen und der Speisekarte angepassten Rahmen, sondern werden auch mit regionalen Weinen verwöhnt. Die passende Weinkarte wird von Weinfachfrau und Sozialpädagogin Susan Probst zusammengestellt. Texte zum Rhabilleur liest André Weyermann. Eine Reservation ist unerlässlich (Website: www.jubi.schmelzi.ch oder telefonisch 032 566 41 00). Der Erlös kommt vollumfänglich Projekten der Stiftung zugute.
Die weiteren kulinarischen Anlässe sind am 11. Juni mit Molekularküche mit Rolf Caviezel, am 3. September heisst das Motto im Rahmen des traditionellen Flohmi „Wilder Westen mit Unterhaltung“. Den Abschluss der vierteiligen Staffel bildet am 2. Dezember ein Galadinner im Advent.

Die Stiftung Schmelzi verfügt zwischenzeitlich über verschiedene Wohngemeinschaften mit unterschiedlichen Angeboten an den Standorten Grenchen, Zuchwil und Gänsbrunnen. Im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten finden Treffen zwischen den verschiedenen Wohngemeinschaften und deren unmittelbaren Nachbarschaft statt. Die Stiftung sieht in der Gestaltung des nachbarschaftlichen Sozialraumes in den entsprechenden Quartieren eine Aktivität im Kleinen, jedoch mit grosser Nachhaltigkeit.

Wie die Gründer die Entwicklung des Wohnheims Schmelzi erlebt haben

Felix Bernhardsgrütter, Gründungsmitglied (Grenchen)

Warum mein Engagement für das Wohnheim Schmelzi?
Alles begann mit einem allfälligen Kauf der Villa Grimm an der Schmelzistrasse, die im Besitz von Urs Leimer war. Die Finanzierung dieser Villa lag bei der damaligen Handelsbank Grenchen. Ich war für diese Finanzierung dort als Bankprokurist verantwortlich. Der in Gründung begriffene Verein Wohnheim Schmelzi beabsichtigte, diese Liegenschaft zu kaufen und als Wohnheim umzubauen. Ich liess mich von den damaligen Gründerkollegen davon überzeugen, dass es Sinn macht, psychisch kranke Menschen in einem Wohnheim zu pflegen, als in teuren Spitälern zu belassen, oder gleich nach Hause zu entlassen. Trotzdem brauchte es noch meinen vollen Einsatz, um auch die Bank von diesem Vorhaben überzeugen zu können.
Mit dem grossen Einsatz von Guido Studer als Heimleiter und einem kompetenten Vorstand war ich voll davon überzeugt, mich für eine gute Sache einzusetzen, was sich auch darin zeigte, dass die Anzahl der Bewohner anstieg und schon nach ein paar Jahren ein Anbau erforderlich wurde. Dazu brauchte es wiederum nebst einer Bankfinanzierung eigene finanzielle Mittel in der Grössenordnung von einer halben Million Franken. Diese zusammenzutragen war nicht einfach, aber ich wusste, dass es für einen erfolgreichen Weiterbetrieb des Wohnheimes nötig war.

Was macht die Stiftung zu einer wichtigen Institution für die Region?
Die Lebenssituation der Menschen hat sich in den letzten 20 Jahren total verändert. Stress, Arbeitslosigkeit, Verwahrlosung etc. haben enorm zugenommen. Viele Menschen wären heute buchstäblich «auf der Strasse», gäbe es nicht das Wohnheim. Viele betroffene Personen würden heute keine Wohnung finden, würde ihnen die Stiftung Wohnheim nicht behilflich sein. Was vor 20 Jahren nicht unvorstellbar war, ist heute eine Notwendigkeit für die Region. Man müsste diese Institution sofort erfinden, gäbe es sie nicht!

Boris Banga, Gründungsmitglied, ehemaliger Stadtpräsident Grenchen

Wie haben Sie die Gründung der Stiftung Schmelzi vor 20 Jahren erlebt?
Joseph Arnold und ich - als Gründungspräsident - bildeten zusammen mit anderen Personen den Verein Wohnheim Schmelzi. Dies in erster Linie als „Sparmassnahme“ für Gemeinden und Kanton, weil die im Wohnheim betreuten Leute sich vorher in der KPK aufhielten. Dies war nicht nur aus medizinischer, sondern auch aus finanzieller Sicht ein „Overkill“. Damit konnte eine massive Kostensenkung in der damaligen, auch sehr schwierigen Zeit erreicht werden.

Warum ist die Stiftung Schmelzi heute wichtiger denn je?
Eine Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie sich gegenüber den schwächeren und schwächsten Mitmenschen verhält. Die Stiftung Schmelzi bietet Gewähr, dass diese Leute bei uns und unter uns leben können und nicht abgeschoben werden.
Gibt es ein spezielles Erlebnis, das für Sie unvergesslich bleibt?
Unvergesslich bleibt mir in der Phase des Fundraisings und des Aufbaues eine Spende von
350 000 Franken; die Anonymität der Person wurde bis heute gewahrt!

Beat Schmid, Gründungsmitglied, Baufachmann und Immobilientreuhänder, Solothurn

Seit wann sind Sie im Stiftungsrat, seit wann als Bauverantwortlicher?
Mir wurde 1995 das Mandat für die Bautreuhand beim Umbau der Villa Grimm zum Wohnheim vom Verein Wohnheim Schmelzi übertragen.
Seither war ich Mitglied der Baukommission des Verein Wohnheim Schmelzi Grenchen-Solothurn und Vorstandsmitglied im Verein Wohnheim Schmelzi Grenchen. Seit der Gründung der Stiftung Schmelzi im Jahr 2011 bin ich auch Stiftungsrat.

Was ist konkret Ihre Aufgabe als Bauverantwortlicher für die Stiftung Schmelzi?
- Überwachung der baulichen Investitionen im Rahmen der genehmigten finanziellen Mittel
- Funktion als Sachverständiger bei Bau- und Immobilienfragen
- Mitglied im Finanzausschuss

Wie hat sich die Stiftung Schmelzi aus Ihrer Sicht als Bauverantwortlicher in den 20 Jahren verändert?
Heute werden kleinere und mittlere Projekte sowie bauliche Massnahmen durch die operative Leitung der Stiftung direkt ausgeführt

Was haben Sie in Ihrer Funktion jeweils als grosse Herausforderung betrachtet?
Die Finanzierung, der Termindruck und die Verhandlungen mit Behörden.

Warum ist die Stiftung Schmelzi heute wichtiger denn je?
Wegen des sozial schwierigen Umfelds und der gesellschaftliche Entwicklung.

Gibt es ein spezielles Erlebnis, das für Sie unvergesslich bleibt?
Das Projekt Erweiterung Wohnheim Schmelzi 2006/07!

Urs Leimer, Immobilientreuhänder Grenchen

Sie haben mit dem Verkauf der Villa Grimm ebenfalls den Weg für diese Institution geebnet. Was hat den Ausschlag für den Erwerb dieser Liegenschaft gegeben?
Die Villa Grimm ist ein Jugendstilherrschaftshaus mit grossen Räumen im Parterre und kleinen Zimmer im Obergeschoss. Ausserdem bestand eine gewisse Infrastruktur (u.a. grosse Küche, Vorrats- und Kellerräume). Ursprünglich hatte ich die Absicht, die Liegenschaft mit Eigentumswohnungen auszubauen. Die Argumente der Verantwortlichen des damaligen Vereins Schmelzi haben aber überzeugt. Sie haben genau die Räumlichkeiten gefunden, die ihnen vorgeschwebt sind. Einzige Bedingung war, dass ich für den Umbau verantwortlich zeichne.